Igel im Spät­som­mer

Wenn Sie im Spät­som­mer halb­wüch­si­ge Igel allein umher­strei­fen sehen, müs­sen Sie sich bei nor­ma­ler Wet­ter­la­ge meist kei­ne Sor­ge machen. Der Herbst naht und die Tie­re sind, obgleich in der Regel däm­me­rungs­ak­tiv, manch­mal auch tags­über unter­wegs, um Nah­rung zu suchen, etwas Son­ne zu tan­ken und die Umge­bung zu erkun­den.
Bemer­ken Sie aller­dings meh­re­re jun­ge Igel, die sich auf einer klei­nen Flä­che auf­hal­ten und matt und ori­en­tie­rungs­los wir­ken, soll­ten Sie aktiv wer­den:

Bie­ten Sie etwas Nah­rungs­er­gän­zungs­fut­ter, z. B. Kat­zen­fut­ter (aber auf kei­nen Fall Milch­o­der rohes Ei) an. Wird das Fut­ter nicht ange­nom­men, sind die Tie­re ver­mut­lich noch nicht selb­stän­dig und Sie soll­ten nach der Mut­ter Aus­schau hal­ten. Taucht sie nicht inner­halb eines hal­ben Tages auf, brin­gen Sie die Klei­nen zum Tier­arzt oder in eine Igel­sta­ti­on.

Über­las­sen Sie das Päp­peln bit­te erfah­re­nen Fach­leu­ten oder las­sen Sie sich von ihnen dabei bera­ten.

Auch sind Igel kei­ne Schmu­se­tie­re. Sie sind Indi­vi­dua­lis­ten und benö­ti­gen viel Aus­lauf (erwach­se­ne Igel haben einen Akti­ons­ra­di­us von eini­gen Kilo­me­tern). Des­halb soll­te man sie auch nicht in einem engen Ställ­chen oder gar mit frem­den Art­ge­nos­sen zusam­men ein­sper­ren.

Igel­müt­ter kön­nen bis zu 10 Jun­ge gebäh­ren, die natür­lich nicht auf Dau­er bei ihr blei­ben. Der­zeit befin­det sich die über­wie­gen­de Zahl der „Igel­te­en­ager“ in der Ablö­sungs­pha­se von der Fami­lie. Meist hält sich das Alt­tier jedoch noch eine Wei­le in der Nähe auf, um sie anzu­lei­ten. Wenn es nicht zu kalt ist, haben die Jun­gen noch bis Novem­ber Zeit, sich ein über­win­te­rungs­si­che­res Gewicht von min­des­tens 500 Gramm anzu­fut­tern, ein neu­es Revier sowie einen Win­ter­schlaf­platz zu fin­den.

Igel sind nach dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz eine beson­ders geschütz­te Tier­art. Durch die Inten­si­vie­rung der Land­wirt­schaft, die Rodung von Hecken und die Umwand­lung natur­na­her Wäl­der in struk­tur­ar­me Fors­te geht immer mehr geeig­ne­ter Lebens­raum ver­lo­ren. Eine Mil­li­on Igel fal­len jähr­lich dem Stra­ßen­ver­kehr zum Opfer. Hel­fen Sie den pos­sier­li­chen Nütz­lin­gen indem Sie sie auf Ihrem Grund­stück dul­den, sie von Novem­ber bis April nicht in ihrem Unter­schlupf stö­ren und ihnen in Not­si­tua­tio­nen etwas Auf­merk­sam­keit und Ein­satz schen­ken.

Bera­tung und Infor­ma­ti­on unter Tel.: 06668 9199377

oder ProI­gel-Hot­line 01805 555‑9551.