Tage­buch eines Ver­mitt­lungs­hun­des

Es war ein Kraftakt mit vielen Zweifeln und Tränen, aber es hat sich gelohnt - für alle.

Frit­zi ist ein Hund, der auf Grund ver­än­der­ter Lebens­um­stel­lun­gen abge­ge­ben wer­den muss­te. Man konn­te sich nicht mehr ange­mes­sen um ihn küm­mern.

4. Okto­ber 2017 (Ver­mitt­lungs­an­zei­ge)
Frit­zi, 12 Jah­re alt männ­lich kas­triert, ganz ruhig und lieb, haut aber ab, wenn er von der Lei­ne ist. Frit­zi hört und sieht schlecht. Auf Anspra­che reagiert er nicht. Er macht eine gesun­den, aber immer­zu abwe­sen­den Ein­druck.

6. Okto­ber 2017
Aria­ne sieht den Hund auf dem Foto und ist sofort hin und weg. Als sie ihn auf der Ver­mitt­lungs­stel­le der Tier­arzt­pra­xis Schott trifft, wird ihr ers­tes Gefühl bestärkt. Es soll Frit­zi sein!

Aria­ne bringt den Hund, dem wir die Zäh­ne saniert haben, zu „ihrem“ Tier­arzt, für eine wei­te­re Unter­su­chung. (Die ist erst sinn­voll, wenn die Ent­zün­dung der Zäh­ne aus­ge­heilt ist.)

25. Okto­ber 2017 (Chat)
Aria­ne: Oh ja, es ist wirk­lich ein Wun­der. Außer Spondy­lo­se in den Wir­beln und Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on hat er nix. Ist gesün­der als Fran­zi. (Anmer­kung: Franz ist der ande­re Hund, eine alte Dame mit eini­gen Gebre­chen, von Aria­ne.)

28. Okto­ber 2017 (Tele­fo­nat)
Frit­zi ver­wei­gert Fut­ter oder kotzt es aus. Da gera­de ein Infekt gras­siert, der auch auf Magen und Darm schlägt, emp­feh­len wir Schon­kost.

Es war ein Kraft­akt mit vie­len Zwei­feln und Trä­nen, aber es hat sich gelohnt – für alle. Selbst unse­re alte Kat­ze ist total ver­liebt in ihn.“

Lei­der frisst er auch die Schon­kost nicht. Auch die Tablet­ten gegen die Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on ver­trägt er nicht. Frit­zi fin­det kei­ne Ruhe bis er umfällt vor Erschöp­fung. Daher setzt Aria­ne die Tablet­ten ab. Pin­keln nach Zeit kennt Frit­zi auch nicht. Er lässt es ein­fach lau­fen beim Lau­fen.

4. Novem­ber 2017 (Chat)
Aria­ne: Eine ver­mu­te­te Bla­sen­ent­zün­dung wird vom Tier­arzt nicht bestä­tigt. Frit­zi ist ein­fach eine lie­bens­wer­te ver­hal­tens­ge­stör­te alte arme Socke. Ein grei­ser Wel­pe.

Novem­ber 2017 – Tele­fo­nat
Aria­ne ist völ­lig fer­tig mit den Ner­ven, weil sie sich rund um die Uhr um Frit­zi küm­mert und sorgt. Sie geht mehr­mals täg­lich sehr sehr lan­ge Tou­ren mit ihm. Er macht wei­ter­hin unter sich wo er steht und geht. Das bringt Aria­ne an den Rand des kör­per­lich und see­lisch Mach­ba­ren.

6. Dezem­ber (Chat)
Aria­ne: Frit­zi läuft jetzt am Tag ohne Lei­ne! Ab und zu macht er noch nachts in die Woh­nung. Im gro­ßen und gan­zen gewinnt er immer mehr Ver­trau­en. Flucht ist ein Fremd­wort für ihn gewor­den. Beson­ders bei mir (Aria­ne) zeigt er nun, dass er eigent­lich eine rich­ti­ge Schmu­se­ba­cke ist.

Es war ein Kraft­akt mit vie­len Zwei­feln und Trä­nen, aber es hat sich gelohnt – für alle. Selbst unse­re alte Kat­ze ist total ver­liebt in ihn. Jetzt gibt es gera­de noch ein bissl Kanin­chen­stress – viel­leicht gibt es mor­gen eine Lösung.


Wir dan­ken Aria­ne für ihre Ener­gie, ihren Wil­len und ihr über­gro­ßes Herz. So bekommt Frit­zi am Ende wie­der ein lebens­wer­tes Leben und Lie­be.