Richt­li­ni­en einer art­ge­rech­ten Kanin­chen­hal­tung

Ein Herz für Mümmelmann

Wer hat nicht in sei­ner Kin­der­zeit unbe­dingt ein Kanin­chen haben wol­len? Als es dann ans Aus­mis­ten ging, war der Enthu­si­as­mus aber schnell nicht mehr so groß. Und ob die Tie­re regel­mä­ßig Aus­lauf  hat­ten …

Kanin­chen müs­sen lau­fen und sprin­gen und neu­gie­rig ihre Umge­bung erkun­den, um das Mini­mum einer art­ge­rech­ten Hal­tung zu erfah­ren.

Ech­te Tier­freun­de wis­sen: Kanin­chen sind aus­ge­spro­chen anspruchs­voll. Um ihnen ein gutes Leben zu bie­ten, müs­sen die Anfor­der­de­run­gen dafür vor einer Anschaf­fung unbe­dingt bekannt sein.

Es gibt kaum ein Tier in mensch­li­cher Obhut, über des­sen Wohl­be­fin­den wir uns so leicht­fer­tig und zum Teil in gutem Glau­ben hin­weg­set­zen wie das Kanin­chen.

Sein ange­bo­re­ner Duck­trieb bei Wit­te­rung von Gefahr wie auch sei­ne man­geln­de Fähig­keit zu laut­star­kem Kla­gen erwe­cken den Ein­druck, dass es mit wenig Platz und Zuwen­dung aus­kommt. Das führt dazu, dass Kanin­chen oft in win­zi­gen Stäl­len oder Käfi­gen im Frei­en oder im Haus gehal­ten wer­den. Das trägt weder dem Bewe­gungs­drang noch dem Erleb­nis­be­dürf­nis der Tie­re Rech­nung.

Schon gewusst?

Sie gehö­ren zu den däm­me­rungs­ak­ti­ven Tie­ren, die tags­über ger­ne ruhen wol­len. Dies soll­te ihnen gegönnt wer­den.

Ein Kanin­chen soll­te mög­lichst nicht allein blei­ben. Wenn Ihr Lang­ohr Gesell­schaft haben soll, geben Sie ihm bit­te eine Chan­ce zur Wahl. (Auch wir wol­len nicht mit jeder­mann ein Zim­mer tei­len!) Tes­ten Sie, mit wel­chem Art­ge­nos­sen sich Ihr Kanin­chen ver­trägt. Kanin­chen haben eine aus­ge­präg­te sozia­le Hier­ar­chie. Das kann dann schnell zu gro­ßem Stress für alle füh­ren. In Gefan­gen­schaft ist es beson­ders wich­tig, dass unse­re Lang­oh­ren Gesell­schaft haben, mit denen sie ger­ne Tag und Nacht ver­brin­gen.

Zu beden­ken:

Kanin­chen müs­sen lau­fen und sprin­gen und neu­gie­rig ihre Umge­bung erkun­den, um ein mini­mum einer art­ge­rech­ten Hatung zu erfah­ren. Hier­für soll­ten Sie so gut wie mög­lich sor­gen. Sie wol­len doch ein mun­te­res und gesun­des Tie­ren haben, oder?

  • Kanin­chen wer­den sehr früh geschlechts­reif – klei­ne Ras­sen bereits mit 3 Mona­ten. Las­sen Sie die Hopp­ler des­halb recht­zei­tig kas­trie­ren!
  • Am wohls­ten fühlt sich ein Kanin­chen im Frei­en, vor­aus­ge­setzt, es hat einen Schutz­raum vor Fein­den und Wit­te­rungs­ein­flüs­sen und Kon­takt zu Art­ge­nos­sen. Die ver­füg­ba­re Flä­che soll­te dabei min­des­tens 5 qm für ein Kanin­chen betra­gen, für jedes wei­te­re min­des­tens +10 % die­ser Flä­che zuzüg­lich einer Schutz­hüt­te.

Die Innen­hal­tung

  • Für die Innen­hal­tung – vor allem von Nutz­tie­ren – besteht die Vor­schrift von 1.50 x 0.60 x 0. 50 qm je Kanin­chen, inklu­si­ve einer erhöh­ten Platt­form und Schutz­hüt­te, was ihm ein Hop­peln, Sprin­gen und Auf­stel­len ermög­licht. Die Behau­sung muss mit Stroh aus­ge­legt sein und täg­lich gerei­nigt wer­den.
  • Alter­na­tiv zur Schutz­hüt­te kann auch soviel Stroh bereit­ge­stellt wer­den, dass sich die Tie­re, die von Natur aus Höh­len­be­woh­ner sind, selbst ein­gra­ben kön­nen. Dar­über­hin­aus soll­ten sie auch häu­fi­ger Aus­lauf haben. Genü­gend Was­ser und etwas zum Nagen soll­te selbst­ver­ständ­lich erreich­bar sein.
  • Eine (Allein-) Hal­tung in der Woh­nung ist ledig­lich eine Not­lö­sung. Man kann dem Kanin­chen jedoch auch dort ein eini­ger­ma­ßen ange­neh­mes Dasein gestal­ten. Stel­len Sie ihm auf dem Bal­kon oder in einer Zim­mer­ecke einen Bereich von ca. 4 qm inklu­si­ve Rück­zugs­mög­lich­keit zur Ver­fü­gung. Bie­ten Sie dazu zusätz­lich häu­fig Aus­lauf im Wohn­be­reich. Aber hal­ten Sie Kanin­chen am Bes­ten als frei lau­fen­de Haus­ge­nos­sen. Wie Kat­zen benut­zen sie näm­lich ohne Pro­ble­me eine Toi­let­te mit Streu. Den­ken Sie dabei aber dar­an, Strom­ka­bel und ande­re Gefahr brin­gen­de Gegen­stän­de vorm Bena­gen zu sichern.
  • Hal­tungs­feh­ler kön­nen zu kör­per­li­chen und see­li­schen Erkran­kun­gen wie Ske­lett­de­for­ma­tio­nen, Mus­kel­ver­küm­me­rung sowie Zwangs­na­gen und Aggres­sio­nen oder gar völ­li­gem Ver­lust des Lebens­wil­lens füh­ren.

Kanin­chen brau­chen ein Mini­mum an art­ge­rech­ter Hatung. Hier­für soll­ten Sie so gut wie mög­lich sor­gen. Sie wol­len doch ein mun­te­res und gesun­des Tie­ren haben, oder?