Igel - erste Hilfe

Igel in Not

Vor ein paar Tagen habe ich einen klei­nen Fun­d­igel zur Igel­m­a­ma nach Ober-Wöll­stadt gebracht. Schon letz­tens war ich in einer Igel­sta­ti­on im Oden­wald. In den Sta­tio­nen habe ich viel gelernt - und vor allen Din­gen, dass ich zum The­ma Igel noch viel ler­nen will und muss.

Die Igel­po­pu­la­ti­on geht zurück. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ergeht es den Ker­len wohl beson­ders schlimm. Die jun­gen Igel, die eigent­lich ihrem Geburts­da­tum nach kräf­tig genug sein soll­ten, um über den Win­ter zu kom­men, sind es nicht. Der Zusam­men­hang wur­de mir so erklärt:

Lei­der gibt es Dank kräf­ti­ger Sprit­ze­rei in Land­wirt­schaft und Gar­ten immer weni­ger Krab­bel­zeug. Die­ses Krab­bel­zeug ist aber die Lebens­grund­la­ge für vie­le Tie­re. So ist zum Bei­spiel auf Fel­dern, wo vor 30 Jah­ren immer zwei, drei Reb­hüh­ner-Fami­li­en leb­ten, deren Bestand fast kom­plett zurück­ge­gan­gen. War­um? Durch Insekt­zi­de wird alles Krab­belge­tier abge­tö­tet. Die Reb­hüh­ner fin­den nichts mehr zu fres­sen.

Appell

Wer tags­über einen Igel sieht muss sofort han­deln. Die­ser Igel hat ein Pro­blem. Einer von 1000 hat viel­leicht kei­nes und die­se Fehl­ent­schei­dung wür­de ich ver­kraf­ten.
Dann z. B. Frau Knie­riem von Igel­m­a­ma e.V., Ober-Wöll­stadt anru­fen. Sie ist Tag und Nacht für die Igel da! Tel: 06034/8405, Mobil: 0157-75707503

Ein ähn­li­ches Schick­sal haben die Igel, deren Haupt­nah­rung Käfer und Rau­pen sind. Die Käfer feh­len, statt­des­sen fres­sen sie Regen­wür­mer und Schne­cken. Nicht schlimm? Doch: Denn das Che­tin der Käfer wir­ken im Igel gegen Para­si­ten. Die Schne­cken sind sogar noch belieb­te „Trans­port­mit­tel“ für Para­si­ten. So hat der Igel mit weni­ger Abwehr­mit­tel und mehr Para­si­ten­zu­fuhr zu kämp­fen.
So kommt es, dass zum Bei­spiel ver­wurm­te Müt­ter schon kran­ken Igel­nach­wuchs her­vor­brin­gen. Die sind schnell von den Para­si­ten so geschä­digt, dass sie es nie schaf­fen wer­den.

Zur aller­ers­ten Ver­sor­gung, bis er in Exper­ten­hän­de kommt, bit­te den Igel:

* ent­flo­hen mit Fin­gern und mit Floh­spray (kein Spot-on, kein Floh­pu­der, bit­te aus­schließ­lich mit Bol­fo-Floh­spray oder Jacu­tin-Spray)
* Zecken zie­hen (ein­fach mit der Pin­zet­te)
* Wär­me geben (Wärm­fla­sche mit einem Hand­tuch umwi­ckeln)
* füt­tern mit Kat­zen­nass­fut­ter (falls er nicht will, mit Was­ser das Fut­ter etwas ver­flüs­si­gen und in das Mäul­chen sprit­zen)

Dann z.B. zu einer Igel­ta­ti­on in der Nähe (sie­he ProIgel.de) brin­gen.

War­um? Ganz ein­fach: Para­si­ten hal­ten kei­nen Win­ter­schlaf. Hin­ge­gen Igel in unse­ren Brei­te­gra­den hal­ten wegen Nah­rungs­man­gel Win­ter­schlaf. Mit den Para­si­ten im Kör­per haben die Igel kei­ne Chan­ce, über den Win­ter zu kom­men. Daher müs­sen sie unter­sucht und dann gege­be­nen­falls behan­delt wer­den.