TVT informiert über artgerechte Kanichenhaltung

Die Käfighaltung ist nicht mehr zulässig!

Mit Stand Sep­tem­ber 2019 infor­miert der Ver­ein „Die Tier­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung für Tier­schutz“, das ab sofort die Hal­tungs­be­din­gun­gen von Heim­tier-Kanin­chen den Bedürf­nis­sen der Tie­re ent­spre­chen müs­sen.

Außenhaltung

Eine ganz­jäh­ri­ge Außen­hal­tung ent­spricht am ehes­ten den natür­li­chen Bedürf­nis­sen der Tie­re, sofern die dafür nöti­gen Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen wer­den. Her­kömm­li­che Kanin­chen­stäl­le eig­nen sich nicht als allei­ni­ge dau­er­haf­te Hal­tung der Tie­re, da sie zu klein sind. Sie kön­nen jedoch in Kom­bi­na­ti­on mit einem Außen­ge­he­ge Ver­wen­dung fin­den.
Erfor­der­lich für die tier­ge­rech­te Außen­hal­tung ist ein struk­tu­rier­ter Aus­lauf (min­des­tens 6 Qua­drat­me­ter für zwei Kanin­chen) mit einem ent­spre­chend groß dimen­sio­nier­ten, wit­te­rungs­ge­schütz­ten (Schutz vor Nie­der­schlag und direk­ter Son­nen­ein­strah­lung) Bereich.

Kanin­chen benö­ti­gen einen Schutz­raum, der min­des­tens so groß dimen­sio­niert sein muss, dass alle Tie­re aus­ge­streckt in Sei­ten­la­ge ruhen und sich auf den Hin­ter­bei­nen auf­rich­ten (Männ­chen machen) kön­nen. Kon­dens­was­ser­bil­dung bspw. durch über­mä­ßi­ge Däm­mung ist auf jeden Fall zu ver­mei­den (Schim­mel­bil­dung!). Das Gehe­ge muss gegen Ent­wei­chen (Aus­bud­deln) gesi­chert sein, und Schutz vor
Fress­fein­den (z.B. Fuchs, Mar­der, Greif­vö­gel, Kat­zen) ist erfor­der­lich. Kanin­chen sind hit­ze­emp­find­lich, des­halb muss die Hälf­te (mind. 3 m²) der Flä­che mit aus­rei­chend Rück­zugs­mög­lich­kei­ten stän­dig im Schat­ten lie­gen (Son­nen­ver­lauf beach­ten!); bei Tie­ren mit unpig­men­tier­ter Iris (roten Augen) die gesam­te Flä­che. Bei der Hal­tung auf Balkonen/Terrassen kön­nen kurz­fris­tig Tem­pe­ra­tu­ren auf­tre­ten, die den Tie­ren nicht zuträg­lich sind. Hier muss früh­zei­tig mit geeig­ne­ten Maß­nah­men (z.B. Beschat­tung, iso­lier­tes Schutz­haus, zusätz­li­che Trink­was­ser­ver­sor­gung) ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den, ggf. müs­sen sie an einen geeig­ne­te­ren Stand­ort ver­bracht wer­den.

Innenhaltung

Emp­foh­len wird die Hal­tung in einer kanin­chen­si­che­ren Woh­nung, einem Zim­mer oder einem ent­spre­chend gro­ßen und struk­tu­rier­ten Gehe­ge. Der Unter­grund muss rutsch­fest und die Hal­tungs­ein­rich­tung aus­rei­chend struk­tu­riert sein. Idea­ler­wei­se sind unter­schied­li­che wei­che Unter­grün­de zu ver­wen­den.
Als Ein­streu, falls erfor­der­lich, kön­nen Mate­ria­li­en wie z. B. Hobel­spä­ne oder Hanf die­nen. Holz­pel­lets und Hack­schnit­zel sind nur als Unter­streu geeig­net, Kat­zen­streu ist unge­eig­net. Eben­so muss grab­fä­hi­ges Mate­ri­al in aus­rei­chen­der Men­ge zum Aus­le­ben des natür­li­chen Gra­be­be­dürf­nis­ses
vor­han­den sein.

Die Hal­tungs­emp­feh­lung der Tier­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung für Tier­schutz ist hier ein ein­zu­se­hen:

TVT-MB_157_Heimtiere-Kaninchen_09.2019