Mähroboter - k/eine gute Erfindung!?

Mähroboter - Prädikat: lebensgefährlich, entzieht Nahrungsgrundlage auch bedrohter Tierarten

Eine Grün­flä­che, die dafür gedacht ist, in unse­rem nahen Umfeld zu exis­tie­ren, soll­te gepflegt aus­se­hen. Das pas­siert nach dem aktu­el­len  Emp­fin­den durch einen häu­fi­gen Schnitt. Die­se Pra­xis ver­hin­dert jedoch die Blü­te und Aus­saa­mung von Blu­men und Grä­sern. Dadurch wer­den aber die Nah­rungs­quel­len von Insek­ten und Vögel ver­nich­tet. TiNa kann die Bedeu­tung unse­rer Mit­ge­schöp­fe für das mensch­li­che Wohl­erge­hen nicht erneut durch Stu­di­en bele­gen. Aber wir fol­gen den Emp­feh­lun­gen von Exper­ten und plä­die­ren für mehr Insek­ten­freund­li­che Wie­sen und Gär­ten.

Was hat die aktuelle Gartenmode mit einem Mähroboter zu tun?

Der tech­no­lo­gi­sche Fort­schritt ermög­licht es, das sai­so­na­le wöchent­li­che Rasen­mä­hen durch einen Mäh­ro­bo­ter erle­di­gen zu las­sen. Und die­se Robo­ter arbei­tet sogar ohne unse­re Auf­sicht Tag und Nacht.

Aber durch die auto­ma­ti­sier­te täg­li­che - und nächt­li­che - Pfle­ge eines schein­bar per­fek­ten Rasens haben Blüh­pflan­zen, Insek­ten, Amphi­bi­en, Spin­nen­tie­re und auch klei­ne Säu­ge­tie­re kei­ne Chan­ce in unse­ren Gär­ten mehr. Rasen­mäh­ro­bo­ter machen das Leben beque­mer, doch die Arten­viel­falt hat in die­sen Gär­ten gar kei­ne Chan­ce mehr.

Stiftung Warentest: Große Sicherheitsmängel

Die Gerä­te sind eine nicht zu unter­schät­zen­de Gefahr für Igel und ande­re Gar­ten­tie­re. Aber auch für Kin­der sind sie eine Gefahr.

Ein aktu­el­ler Test von Rasen­mäh­ro­bo­tern der Stif­tung Waren­test zeigt, dass bei der Sicher­heit nach wie vor rele­van­te Män­gel bestehen. Von acht Gerä­ten, die geprüft wur­den, beka­men in die­ser Kate­go­rie alle Mäh­ro­bo­ter nur ein „aus­rei­chend“. Zwei Rasen­ro­bo­ter fie­len sogar auf­grund der Sicher­heits­män­gel kom­plett durch den Test.

Sicherheit für uns Menschen

Getes­tet wur­de die Sicher­heit mit Erwach­se­nen- und Kin­der-Prüf­fü­ßen sowie Prüfar­men mit Fin­ger­ele­men­ten. Bei Tei­len des Fußes kann es zu deut­li­chen Schnitt­ver­let­zun­gen kom­men. Aus­ge­streck­te Hän­de wur­den von kei­nem der geprüf­ten Rasen­ro­bo­ter als Hin­der­nis erkannt. Ergo
 kön­nen Mäh­ro­bo­ter nur unter Auff­sicht im Betrieb sein, obwohl der Reiz die­ser Robo­ter dar­in liegt, dass sie ohne unse­re Auf­sicht, auch nachts ihre Arbeit erle­di­gen.

Sicherheit für unsere Mitkreaturen

Eben­so wie der Mäh­ro­bo­ter kei­ne Prüf­kör­per­tei­le erkennt, die unter den Gerä­te­rand pas­sen, wer­den auch kei­ne klei­nen Igel, Krö­ten, Eidech­sen oder Insek­ten als Hin­der­nis erfasst“, so die LBV-Igel­ex­per­tin Mar­ti­na Geh­ret.

So kön­nen die Gerä­te Igel skal­pie­ren und klei­ne Tie­re auch ganz über­rol­len und zer­häck­seln. „Da die meis­ten ange­mäh­ten Tie­re ent­sorgt wer­den, gehen wir von einer hohen Dun­kel­zif­fer an Fäl­len aus“, befürch­tet die LBV-Exper­tin.

Auf­grund sei­ner behä­bi­gen Geschwin­dig­keit und der nied­ri­gen Geräusch­ku­lis­se wird der Robo­ter von eispiels­wei­se Igeln nicht als Bedro­hung wahr­ge­nom­men. Sie rol­len sich erst zusam­men, wenn eine Kol­li­si­on bereits erfolgt ist. Han­delt es sich bei dem Rasen­mäh­ro­bo­ter um ein weni­ger hoch­wer­ti­ges Gerät, erkennt er das „Hin­der­nis“ ggf. nicht, stoppt daher auch nicht und ver­letzt den klei­nen Igel schwer.

Bitte nur tagsüber

Zwar wei­sen die Bedie­nungs­an­lei­tung der Her­stel­ler dar­auf hin, dass das Gerät am bes­ten tags­über und nicht unbe­auf­sich­tigt arbei­ten darf. „Aber genau aus dem Grund, fürs Rasen­mä­hen nicht zuhau­se sein zu müs­sen, kauft man sich doch so ein Gerät“, erklärt Geh­ret. Die meis­ten Besit­zer las­sen ihren Mäh­ro­bo­ter auch noch nachts lau­fen. Fatal für vie­le nächt­li­che Gar­ten­be­woh­ner. „Der nächt­li­che Mäh­ro­bo­ter­ein­satz kann töd­lich für Igel und vie­le ande­re nacht­ak­ti­ve Tie­re aus­ge­hen“, so Geh­ret wei­ter.