Bringt den Katzenschutz in die Gemeinden!

Offener Brief an die Gemeinden

Wir hof­fen, dass Sie Ihre Gemein­de bis jetzt gut durch die Kri­se gebracht haben. Dafür muss­ten sicher­lich alle Ener­gien kon­zen­triert wer­den und so man­ches The­ma blieb unbe­ach­tet. Jetzt aller­dings, da die Ein­schrän­kun­gen gelo­ckert wer­den, ist der pas­sen­de Zeit­punkt für die Nach­be­rei­tung des Run­den Tisches „Kat­zen­schutz“ am 11. März 2020 in Lau­ter­bach.

Die Ver­an­stal­tung war mit zir­ka 50 Teil­neh­me­rIn­nen erfreu­lich gut besucht. Auch eini­ge Bür­ger­meis­ter oder Ver­tre­tun­gen haben den Weg gefun­den. Geprägt war die Ver­an­stal­tung aller­dings von den Betei­lig­ten, die sich seit Jah­ren um den Kat­zen­schutz bemü­hen.

Resümee: Mehr Katzenschutz tut Not!

Als Resü­mee der Dis­kus­sio­nen stell­ten wir fest, dass der Tier­schutz defi­ni­tiv zu wenig Gehör und Unter­stüt­zung der Gemein­den hat. Das Land Hes­sen hat alles für eine Kat­zen­schutz­ver­ord­nung vor­be­rei­tet, und vor­bild­li­che Gemein­den haben dies auch schon erfolg­reich in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Tier­schutz umge­setzt.

Tierschutzgesetz § 1

Zweck die­ses Geset­zes ist es, aus der Ver­ant­wor­tung des Men­schen für das Tier als Mit­ge­schöpf des­sen Leben und Wohl­be­fin­den zu schüt­zen. Nie­mand darf einem Tier ohne ver­nünf­ti­gen Grund Schmer­zen, Lei­den oder Schä­den zufü­gen.

Das Pro­blem der unkon­trol­lier­ten Kat­zen­po­pu­la­tio­nen gibt es jedoch in der Regi­on Vogels­berg noch sehr aus­ge­prägt, und des­halb sehen wir einen drin­gen­den Hand­lungs­be­darf der Gemein­den, um den Tier­schutz in sei­ner Arbeit zu unter­stüt­zen.

Unsere Handlungsempfehlung für Gemeinden:

  • Infor­mie­ren Sie sich über den Stand der unkon­trol­lier­ten Kat­zen­po­pu­la­ti­on in Ihrer Gemein­de. Den­ken Sie dar­an, dass neben den Ver­ei­nen vie­le Pri­vat­per­so­nen im Kat­zen­schutz aktiv sind und die­se für Außen­ste­hen­de dadurch kaum Sicht­bar­keit haben.
  • Spre­chen Sie mit dem Ver­ein in Ihrer Regi­on dar­über, wie eine Zusam­men­ar­beit aus­se­hen kann. In den Gemein­den mit einer Kat­zen­schutz­ver­ord­nung hat sich für die Gemein­de­ver­wal­tung der Auf­wand oft wenig bis gar nicht geän­dert. Der Tier­schutz jedoch pro­fi­tiert, da er sich nun auf die gel­ten­de Sat­zung der Gemein­de bezie­hen kann und dadurch Rücken­de­ckung hat.
  • Infor­mie­ren Sie sich in den Gemein­den, die bereits eine Kat­zen­schutz­ver­ord­nung ein­ge­führt haben.
  • Laden Sie uns zu einer Sit­zung ein, damit wir Sie über die Not­wen­dig­keit der Kat­zen­schutz­ver­ord­nung infor­mie­ren kön­nen.
  • Set­zen Sie das hier bereit­ge­stell­te Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al zur Kat­zen­kas­tra­ti­on auf die Web­sei­ten der Gemein­de und in das Gemein­de­blätt­chen. Ger­ne lie­fern wir für eine indi­vi­du­el­le Infor­ma­ti­ons­sei­te Mate­ri­al.
  • Nut­zen Sie die Vor­la­gen der hes­si­schen Lan­des­re­gie­rung für die Umset­zung einer Kat­zen­schutz­ver­ord­nung.

Fundtier versus herrenloses Tier

Kastrationspflicht Katzen: § 13b TierSchG

Der § 13b TierSchG kann unter Umstän­den auch eine Ein­schrän­kung für Haus­kat­zen bedeu­ten, wel­che Frei­gang haben: Gemäß § 13b Abs. 2 S. 1 kann „der unkon­trol­lier­te freie Aus­lauf fort­pflan­zungs­fä­hi­ger Kat­zen in dem jewei­li­gen Gebiet ver­bo­ten oder beschränkt“ wer­den. Das bedeu­tet, dass Kat­zen, die zwar ein Zuhau­se haben, aber nicht kas­triert wor­den sind, nicht oder nur sehr ein­ge­schränkt ins Freie gehen dür­fen. Durch die­se gesetz­li­che Rege­lung wer­den Kat­zen­hal­ter indi­rekt dazu gezwun­gen, ihre Kat­zen kas­trie­ren zu las­sen – sofern sie sie nicht immer ein­ge­sperrt hal­ten möch­ten.

Fundtiere

Die Fund­tier-Abga­be hat nicht unbe­dingt etwas mit dem Tier­schutz vor Ort zu tun. Die Fund­tier-Abga­be dient der Ver­sor­gung von Fund­tie­ren, also von Tie­ren, die einen Besit­zer haben. Gemein­den sind ver­pflich­tet, sich um Fund­tie­re zu küm­mern.

Herrenlose Tiere

Der Tier­schutz vor Ort küm­mert sich zusätz­lich um die unkon­trol­liert wach­sen­den Popu­la­tio­nen her­ren­lo­ser, ver­wil­der­ter Haus­kat­zen, an denen erheb­li­che Schmer­zen, Lei­den und Schä­den im Sin­ne des Tier­schutz­ge­set­zes fest­zu­stel­len sind.
Aber auch die manch­mal aus­ufern­den und ver­seuch­ten Kat­zen­po­pu­la­tio­nen auf Bau­ern­hö­fen, an Indus­trie­ge­bäu­den oder in der Nähe von Bau­hö­fen, die dort zwar von den Gebäu­de­ei­gen­tü­mern gefüt­tert wer­den, aber sonst kei­ne Ver­sor­gung erhal­ten, müs­sen beach­tet wer­den. Andern­falls ist der Erfolg der Tier­schutz­ar­beit an ande­rer Stel­le schnell ver­ge­bens.

Nicht zuletzt geht es auch dar­um, die Ver­brei­tung von Seu­chen und Zoo­no­sen zu ver­hin­dern.

Die Arbeit des Tierschutzes vor Ort

In der Regi­on pro­fi­tiert der Tier­schutz in der Regel nicht von der Fund­tier-Gebühr, die die Gemein­den abfüh­ren. Aber gera­de die Akti­ven im Kat­zen­schutz  leis­ten zeit- und kos­ten­in­ten­si­ve Arbeit:

  • vie­le schwie­ri­ge Gesprä­che mit unein­sich­ti­gen Men­schen
  • Lebend­fal­len stel­len und mehr­mals täg­lich kon­trol­lie­ren
  • Trans­port des erfolg­rei­chen Fan­ges zur Tier­ärz­tin
  • Kat­zen kas­trie­ren las­sen, und nach der Erho­lung wenn mög­lich wie­der an den Fang­ort zurück­brin­gen
  • Kat­zenach­wuchs dem Ver­meh­rungs­kreis­lauf ent­neh­men, auf­neh­men und in Pfle­ge­stel­len päp­peln, bis sie ver­mit­telt wer­den kön­nen
  • Betreu­ung von Fut­ter­stel­len
  • Spen­den erbet­teln, um Kas­tra­tio­nen finan­zie­ren zu kön­nen
  • Auf­klä­rungs­ar­beit durch Fly­er-Aktio­nen, Info­stän­de, Online-Ver­öf­fent­li­chun­gen, Social-Media-Prä­senz
  • Man­che Tier­schüt­ze­rin und man­cher Tier­schüt­zer erreicht durch das vie­le Elend, das ihr oder ihm lei­der immer wie­der unter die Augen kommt, psy­chi­schen Gren­zen. Zudem ent­spre­chen die Reak­tio­nen von unge­fähr der Hälf­te der Mit­men­schen, denen der Tier­schutz sei­ne Unter­stüt­zung anbie­tet, nicht den übli­chen Höf­lich­keits­for­men.

Vie­le Tier­freun­din­nen und Tier­freun­de wer­den sich freu­en, wenn Sie, bezie­hungs­wei­se Ihre Gemein­de, sich unser Anlie­gen zu Her­zen neh­men. Wir wer­den auf jeden Fall am The­ma dran blei­ben.

Mit tier­freund­li­chen Grü­ßen,

Anke Feil, 1. Vor­sit­zen­de Tier- und Natur­schutz Unte­rer Vogels­berg e. V., Birstein

im Auf­trag für das Akti­ons­bünd­nis Kat­zen­schutz:

Tier­schutz­ver­ein Büdin­gen und Umge­bung e. V.

Tier­schutz­ver­ein Bad Nau­heim e. V.

Tier­heim Eli­sa­be­then­hof, Rei­chels­heim

Min­ka - Mis­si­on Kat­ze, Lan­gen

Ver­ant­wor­tung Leben e. V., Hosen­feld

Kat­zen­burg, Erlen­see

Tier­schutz Kin­zig-Main e. V., Geln­hau­sen

TAS­SO-Haus­tier­zen­tral­re­gis­ter für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land e.V.

Tier- und Natur­schutz Unte­rer Vogels­berg e. V., Birstein

Tier­hil­fe Geln­hau­sen e. V.

Tier­schutz- und Wild­ge­he­ge­ver­ein im Tier­zen­trum e. V.

Tier­schutz­ver­ein Butz­bach und Umge­bung e. V.

Tier­schutz Ful­da und Umge­bung e. V.

Tier­heim Lau­ter­bach e. V.

Samt­pföt­chen und Co. e. V., Nid­da

Tier­heim Ful­da-Hün­feld e. V., Ful­da

Kat­zen­zu­hau­se e. V., Bie­ber­ge­münd

Lan­des­tier­schutz­ver­band Hes­sen e. V.

Tina Bie­ker, ehren­amt­li­che Tier­schutz­be­auf­trag­te, Stadt Hom­berg (Ohm)

Dr. med. vet. Made­lei­ne Mar­tin, Hes­si­sche Lan­des­tier­schutz­be­auf­trag­te

 



Anhang zur Veröffentlichung in Ihrer Gemeinde:

Kas­tra­ti­ons-Fly­er des Lan­des Hes­sen

TiNa-Kas­tra­ti­ons­fol­der