Der Schmidtmühlen-Weiher

Biotop

Bio­to­pe sind bestimm­te Lebens­räu­me einer Lebens­ge­mein­schaft in einem Gebiet. Die­se sind so emp­find­lich und lei­der inzwi­schen auch sel­ten gewor­den, dass § 30 des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes  die­se Lebens­räu­me vor Zer­stö­rung oder sons­ti­gen erheb­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen schützt. Der Bio­top­schutz ist eine Stra­te­gie inner­halb des Natur­schut­zes. Sein Ziel ist die Erhal­tung von Popu­la­tio­nen  und schutz­wür­di­ger Tier- und Pflan­zen­ar­ten durch beson­de­ren Schutz und Erhal­tung ihrer Lebens­räu­me. Ein sol­ches Bio­top ist auch der Schmidt­müh­len-Wei­her.

Der Schmidtmühlen-Weiher

Nach­dem der bei­na­he aus­ge­trock­ne­te Wei­her wie­der mit Was­ser gefüllt wor­den war, ist wie­der ein Stück Natur ent­stan­den, das Insek­ten, Fischen und Was­ser­vö­geln ein Zuhau­se mit Kin­der­stu­be bie­tet. Auch ist ein sol­cher Lebens­raum von gro­ßer öko­lo­gi­scher Bedeu­tung für Vögel, die den Wei­her als Rast- und Über­win­te­rungs­platz nut­zen. Dem Kli­ma dient er zudem als Koh­len­stoff­sen­ker und trägt damit zur Redu­zie­rung von Treib­haus­ga­sen bei.

Wir wün­schen uns, dass ein so wich­ti­ges Bio­top geschätzt und mit Respekt behan­delt wird.

Die Erfah­rung zeig­te in der Ver­gan­gen­heit aber, dass eini­ge Men­schen die­se klei­ne Oase miss­brau­chen. Grill­par­ties, ein hoher Lärm­pe­gel, zu vie­le Men­schen, Fahr­zeug­ver­kehr, frei­lau­fen­de und baden­de Hun­de, hun­der­te Ziga­ret­ten­kip­pen, zer­schla­ge­ne Bier­fla­schen und Ber­ge von Müll set­zen dem Wei­her zu, seit­dem er wie­der bequem zu errei­chen ist.

Die neu­en Päch­ter zogen aus Unru­he, Dreck, Van­da­lis­mus und den folg­lich fern­blei­ben­den Vogel­ar­ten ihre Kon­se­quenz und schlos­sen den Zugang für die Öffent­lich­keit. Der Orts­bei­rat woll­te die­se Maß­nah­me aller­dings nicht akzep­tie­ren.

In einem Gespräch mit Päch­tern, Orts­bei­rat und TiNa einig­te man sich, den Pri­vat­weg am Wei­her für Fuß­gän­ger zugäng­lich zu las­sen. Aller­dings unter einer Bedin­gung:

Die vol­le Ver­ant­wor­tung und Haf­tung für das Wei­her­grund­stück tra­gen nach wie vor die Päch­ter. Sobald der ers­te Fall von wil­der Müll­ab­la­ge­rung, Stö­rung durch Gela­ge und Par­ties oder Zuwi­der­hand­lung gebo­te­ner Rück­sicht gegen­über dem Bio­top auf­tritt, wer­den sie des­halb ihr Haus­recht aus­üben und den Zugang end­gül­tig schlie­ßen.

TiNa begrüßt die­se Eini­gung in der Hoff­nung, dass der Natur und ihren Bewoh­nern damit Rech­nung getra­gen wer­den kann. Eine weg­ge­wor­fe­ne Ziga­ret­ten­kip­pe bei­spiels­wei­se ist allei­ne in der Lage, rund 400 Liter Grund­was­ser zu ver­schmut­zen, eine Kip­pe pro Liter Was­ser bedeu­tet den Tod von Fischen. Auch frei lau­fen­de oder gar baden­de Hun­de, selbst wenn sie nicht jagen, bedeu­ten für die dort leben­den und brü­ten­den Tie­re eine enor­me Stö­rung und puren Stress, eben­so wie Par­ty-Unru­he – ganz abge­se­hen vom Müll, den Men­schen heut­zu­ta­ge lei­der nur all­zu ger­ne fal­len las­sen, wo immer sie gera­de gehen oder ste­hen.

Soll­te das sei­tens der neu­en Päch­ter in die Besu­cher gesetz­te Ver­trau­en also miss­braucht wer­den, wird TiNa zuguns­ten von Tier und Natur über­zeugt hin­ter der Schlie­ßung des Zugangs ste­hen.

Soll­te es gewür­digt und die Natur mit nöti­gem Respekt behan­delt wer­den, wün­schen wir ruhi­ge und erhol­sa­me Stun­den.