Mäuse- und Rattengift – eine Gefahr für alle!

Dabei werben manche Hersteller mit der Unbedenklichkeit für Haustiere - eine Irreführung

Der Tier- und Natur­schutz Unte­rer Vogels­berg e. V. warnt vor dem Ein­satz von Mäu­se- und Rat­ten­gift. Mäu­se- und Rat­ten­gift sind eine Gefahr für alle: Haus- und Wild­tie­re könenn dar­an ver­en­den, wenn die­se das Gift ent­we­der direkt oder indi­rekt über die ver­gif­te­te Maus oder Rat­te auf­neh­men. Ins­be­son­de­re der neue Wirk­stoff Alpha-Chlora­lo­se endet bei direk­ter und auch indi­rek­ter Auf­nah­me durch Haus- und Wild­tie­re inner­halb kur­zer Zeit töd­lich.

Mäuse- und Rattengift – eine Gefahr für alle

Im Win­ter wol­len alle ger­ne ins War­me – so auch Mäu­se und Rat­ten. Da die­se Nager Über­trä­ger von Krank­hei­ten auf Mensch und Tier sind, möch­te

Wirkstoff Alpha-Chloralose kann zum schnellen Tod führenTierärztin Ulrike Schott, Birstein:

Mäu­se- und Rat­ten­gift ist eine Gefahr für alle. Es ist unver­ant­wort­lich, das man­che die­ser Gif­te von den Her­stel­lern als unbe­denk­lich für Haus­tie­re dekla­riert wer­den.

sie nie­mand ger­ne als Unter­mie­ter in Haus und Schup­pen beher­ber­gen. Daher greift so manch geplag­ter Mensch zu Gift, ohne die mög­li­che Kon­se­quen­zen zu ken­nen. TiNa infor­miert über die Wir­kung und Gefah­ren der ver­füg­ba­ren Gif­te.

Tod in Stunden durch Unterkühlung: Alpha-Chloralose

Ein Wirk­stoff wirkt beson­ders schnell und lässt dabei  unbe­ab­sich­tigt ver­gif­te­ten Tie­ren nur gerin­ge Chan­cen zu über­le­ben: Alpha-Chlora­lo­se. Die­ser Wirk­stoff tötet die Tie­re inner­halb weni­ger Stun­den durch Unter­küh­lung.

Die Wirkung auf kleine Haustiere am Beispiel eines Mäuseköders von Neudorff

Laut fel­lo­med rei­chen bereits 10g Köder vom Mäu­se­Kö­der Korn oder von der Mäu­se­Kö­der Pas­te von Neu­dorff aus. um eine durch­schnitt­li­che Kat­ze (4 kg Gewicht) zu töten! Das ent­spricht etwa einem Tee­löf­fel – und passt recht bequem in nur eine Maus. Eine mit Sugan ver­gif­te­te Maus kann aus­rei­chen, um eine Kat­ze inner­halb weni­ger Stun­den zu töten. Ist die Kat­ze ein Frei­gän­ger, ver­en­det sie so unbe­merkt.

Typische Symptome bei einer Vergiftung durch Alpha-Chloralose:

  • Unter­tem­pe­ra­tur (deut­lich unter 38°C)
  • Krampf­an­fäl­le, Zit­tern
  • Schläf­rig­keit, Bewusst­lo­sig­keit, Koma
  • Erre­gung, Ata­xie (ver­än­der­tes Gang­bild)
  • Atem­not, ver­lang­sam­te Atmung, Atem­still­stand, blaue Schleim­häu­te
  • Ver­eng­te, klei­ne Pupil­len (Mio­sis)
  • Über­mä­ßi­ges Spei­cheln

Bei Ver­dacht auf eine Ver­gif­tung soll­ten Sie Ihr Haus­tier sofort zum nächs­ten Tier­arzt brin­gen!

Gift mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen

Ein Gift, das zumin­dest den Haus­tie­ren und Men­schen, bei denen eine Ver­gif­tung erkannt wird, eine Chan­ce gibt, wirkt mit Roden­ti­zi­den. Das sind Gerin­nungs­hem­mer, die die Adern durch­läs­sig machen. Sie sor­gen dafür, dass die Tie­re inner­lich ver­blu­ten. Das kann – je nach Gift und Maus – zwei bis fünf Tage dau­ern. Die­se Mit­tel ent­hal­ten ver­schie­de­ne che­mi­sche Blut­ge­rin­nungs­hem­mer, die soge­nann­ten Anti­ko­agu­lan­zi­en. Das sind che­misch her­ge­stell­te Ver­bin­dun­gen von Guma­rin, Indan­di­on, Dipha­ci­on oder Broma­dio­len. Töd­lich sind auch die­se Wirk­stof­fe für Haus­tie­re, Men­schen und Wild­tie­re, zu deren Nah­rung Mäu­se und Rat­ten gehö­ren.

Wenn die Sym­pto­me einer Ver­gif­tung recht­zei­tig erkannt und behan­delt erho­len sich die meis­ten Tie­re inner­halb von 24-48 Stun­den.

Die Symptome im Überblick:

  • Erbre­chen, auch blu­tig
  • Durch­fall, auch blu­tig
  • farb­lo­se Schleim­häu­te
  • apa­thi­sches Ver­hal­ten
  • Appe­tit­lo­sig­keit
  • Unter­tem­pe­ra­tur (deut­lich unter 38°C)

Bei Ver­dacht auf eine Ver­gif­tung brin­gen Sie Ihr Haus­tier sofort zum nächs­ten Tier­arzt!

Gift - immer das letzte Mittel der Wahl

Gift ist also grund­sätz­lich das letz­te Mit­tel der Wahl zur Bekämp­fung von Mäu­sen. Aber wel­che Alter­na­ti­ven gibt es, um sich von den unge­lieb­ten Mit­be­woh­nern zu befrei­en? Vor allem bei weni­gen Tie­ren soll­ten ande­re Mit­tel, um die Mäu­se erfolg­reich und gefahr­los für Haus- und Wild­tie­re zu ver­trei­ben, zum Ein­satz kom­men.

Alternativen zum Gift

  • Wenn mög­lich, hal­ten Sie Kat­zen.
  • Haben Sie nur hier und da ein­mal ein Tier bemerkt und sind die Kratz- oder Kot­spu­ren gering, kön­nen Sie die Mäu­se ver­trei­ben. Repa­rie­ren Sie die Rit­zen und Löcher, durch die sie kom­men, und schnei­den Sie ihnen den Weg zum Fut­ter ab.
  • In Lebend­fal­len mit einem Köder aus kräf­tig duf­ten­dem Käse, die Sie häu­fig kon­trol­lie­ren, fan­gen Sie die Tie­re leben­dig und kön­nen sie aus­set­zen – weit weg vom Haus, sodass sie nicht zurück­kom­men.
  • Schlag­fal­len und Elek­tro­fal­len töten die Tie­re rascher als Mäu­se­gift.
  • Bei einem gro­ßen Befall hilft aller­dings nur Gift zuver­läs­sig.

Um ins­be­son­de­re Rat­ten (und Wasch­bä­ren) vom Haus fern zu hal­ten,

  • hal­ten Sie Ihren Kom­post frei von tie­ri­schen Abfäl­len,
  • ver­schlies­sen Sie Fut­ter­kis­ten,
  • las­sen Sie die Vogel­fut­ter­spen­der über Nacht nicht draus­sen.

Maäuse- und Rattengift - wird ein vergiftetes Tier von der Katze gefressen, kann dies zum Tod führen. Wissenswert zum Thema Mäuse- und Rattengift

  • Rat­ten­gift darf eine Pri­vat­per­son seit dem 1. Janu­ar 2013 weder erwer­ben noch anwen­den. Dies ist aus­schließ­lich erfah­re­nen Schäd­lings­be­kämp­fern vor­be­hal­ten. Land­wir­te, die einen ent­spre­chen­den Sach­kun­de­nach­weis haben, dür­fen das Gift zur Bekämp­fung der Rat­ten anwen­den.
  • Mäu­se- und Rat­ten­gift wirkt auf die glei­che Wei­se – tat­säch­lich kön­nen vie­le der Gift­kö­der sowohl bei Rat­ten- wie auch bei Mäu­se­be­fall ver­wen­den. Bei Rat­ten dau­ert es meist etwas län­ger, bis sie ster­ben. Das ist auf ihre Grö­ße und das höhe­re Kör­per­ge­wicht zurück­zu­füh­ren.
    Ver­gif­te­te Tie­re wer­den nach dem Fres­sen schwä­cher und müde und zie­hen sich häu­fig in ihr Nest zurück. Schließ­lich schla­fen sie ein und wachen nicht mehr auf.
    Aber Ach­tung: Vie­le tote Mäu­se und Rat­ten wer­den auch außer­halb des Nests gefun­den, und das lang­sa­me Ster­ben geht mit Herz­ra­sen und Stress ein­her. Soviel zu den Her­stel­ler­an­ga­ben, die behaup­ten, dass der Tod für die Tie­re schmerz­frei sei.