Bienensterben - das Verschwinden der fleißigen Helfer

Am 20.05.2021 fei­ern wir Welt­bie­nen­tag, oder wie die Ver­ein­ten Natio­nen ihn nen­nen: World­bee­day.

Die Geschich­te ist alt und jeder kennt sie – es geht um die Geschich­te von der Bie­ne und der Blu­me. Trotz­dem wis­sen nur die wenigs­ten dar­über Bescheid, welch einen beträcht­li­chen Ein­fluss das klei­ne Insekt auf unser Leben hat.

Schon Albert Ein­stein soll 1949 gewarnt haben: „Wenn die Bie­ne ein­mal von der Erde ver­schwin­det, hat der Mensch nur noch vier Jah­re zu leben. Kei­ne Bie­nen mehr, kei­ne Bestäu­bung mehr, kei­ne Pflan­zen mehr, kei­ne Tie­re mehr, kei­ne Men­schen mehr.“

Möch­te man die Wich­tig­keit der Bie­ne für unser Öko­sys­tem ver­ste­hen, muss man bei ihrer Sym­bio­se zur Pflan­ze begin­nen: Die Bie­ne braucht den Nek­tar der Pflan­ze als Nah­rung zum Über­le­ben, die Pflan­ze braucht einen Bestäu­ber, um ihren Pol­len zu ver­brei­ten und sich so zu ver­meh­ren. Bie­ne und Blu­me geben und neh­men glei­cher­ma­ßen von­ein­an­der – sie ste­hen also in einer Sym­bio­se.

Der Mensch kam erst ins Spiel, als er die Deli­ka­tes­se Honig ent­deck­te und begann, die Bie­nen für sei­ne Zwe­cke zu nut­zen. Schon im alten Ägyp­ten galt Honig als die Spei­se der Göt­ter und in Grie­chen­land wur­den bereits 600 v. Chr. Imke­rei­en betrie­ben.

In Deutsch­land gibt es heu­te etwa 90.000 Imker, wobei weni­ger als 1% ihre Imke­rei erwerbs­mä­ßig betrei­ben.

Vom plötzlichen Verschwinden der Bienen

Der plötz­li­che Bie­nen­schwund in unse­rem Land lässt sich größ­ten­teils auf die Var­roa­mil­be (Var­roa dest­ruc­tor) zurück­füh­ren.

Die ist vor allem durch den Ver­sand von Bie­nen­völ­kern und Köni­gin­nen ver­schleppt wor­den. Der ers­te Nach­weis von der rus­si­schen Pazi­fik­küs­te stammt von 1952, aus Japan von 1958. In Euro­pa wur­de sie zuerst 1967 in Bul­ga­ri­en gefun­den. Der ers­te deut­sche Nach­weis stammt aus dem Jahr 1977.

Schon Albert Ein­stein soll 1949 gewarnt haben: „Wenn die Bie­ne ein­mal von der Erde ver­schwin­det, hat der Mensch nur noch vier Jah­re zu leben. Kei­ne Bie­nen mehr, kei­ne Bestäu­bung mehr, kei­ne Pflan­zen mehr, kei­ne Tie­re mehr, kei­ne Men­schen mehr.“

Der klei­ne Schäd­ling ist etwa 1,6 mm groß, also mit blo­ßem Auge erkenn­bar und befällt vor allem die Brut. Die Wachs­tums­pha­se und die Ver­meh­rung der Mil­be ist stark auf die Ent­wick­lungs­pha­se der Bie­ne abge­stimmt. Der Para­sit dringt in die Brut­zel­le der Bie­ne ein; dort legt er sei­ne Eier und zieht die Lar­ven. Die Bie­ne selbst durch­läuft ihre eige­nen Lar­ven­sta­di­en in der Anwe­sen­heit der Mil­ben­brut und kann sich gegen den Befall kaum weh­ren. Schon die Lar­ven der Var­roa­mil­be begin­nen das Blut der Bie­nen­lar­ve zu sau­gen, bis sie als aus­ge­wach­se­ne Bie­ne früh­zei­tig stirbt. Die Mil­ben sind dabei nicht sta­tio­när an die Bie­ne gebun­den, son­dern ver­brei­ten sich durch sie inner­halb des Stocks bzw. wer­den wei­ter trans­por­tiert zu ande­ren Völ­kern.

Es gibt ver­schie­de­ne Bekämp­fungs­me­tho­den bzw. -ver­su­che (vor­beu­gend sowie akut), die den Scha­den begren­zen, die Mil­be jedoch nicht kom­plett außer Gefecht set­zen kön­nen.

Die Varroamilbe ist nicht die einzige Bedrohung der Honigbiene

Über wei­te­re Ursa­chen des Bie­nenster­bens kann nur spe­ku­liert wer­den, denn es kom­men eini­ge Fak­to­ren zusam­men. Ihre Bedeut­sam­keit, vor allem im Zusam­men­spiel, kann nicht genau gemes­sen wer­den.

  • Pes­ti­zi­de: Der Ein­satz von Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­teln in der Land­wirt­schaft hat nach­weis­lich Ein­fluss auf die Fit­ness von Bie­nen. Dabei ist schwie­rig aus­zu­ma­chen, wel­che spe­zi­fi­schen Stof­fe schäd­lich auf die Bestäu­ber wir­ken. Es gibt eine gro­ße Palet­te an Wirk­stof­fen im Ein­satz gegen Schäd­lin­ge und oft­mals han­delt es sich dabei um Che­mi­ka­li­en­ge­mi­sche.
  • Trans­ge­ne Pflan­zen: Es exis­tiert die Hypo­the­se, dass gene­tisch ver­än­der­te Pflan­zen (trans­ge­ne Pflan­zen) einen nega­ti­ven Ein­fluss auf die Honig­bie­ne haben kön­nen. Bei­spiels­wei­se der Bt-Mais, dem ein frem­des Gen ein­ge­baut wur­de. Die­ses pro­du­ziert Toxi­ne die aktiv gegen Insek­ten wir­ken. Ob die­se Toxi­ne ihre Schad­wir­kung auch gegen­über Bie­nen ent­wi­ckeln, konn­te bis­her wis­sen­schaft­lich nicht belegt wer­den.

Wer Inter­es­se an der Imke­rei hat, fin­det beim ört­li­chen Imker­ver­ein sicher ein offe­nes Ohr, dort steht man mit Rat und Tat zur Sei­te. Es gibt oft auch Paten­schafts­pro­jek­te, bei denen man eine/n erfahrene/n Imker/in eine Sai­son lang beglei­tet und sich dann ent­schei­den kann, ob man die­ses Hob­by fort­füh­ren möch­te.

Autor: Dani­el-Ger­rit Blä­ser