Uns inter­es­sier­te, wie die Kan­di­da­tIn­nen zu dem Pro­blem ille­ga­ler Müll­ab­la­de­plät­ze, der Ein­rich­tung von Grün­ab­fall-Abnah­me­stel­len sowie Müll­sam­mel­ak­tio­nen ste­hen.

TiNa-Frage

Wel­ches Kon­zept könn­ten Sie sich zur Besei­ti­gung und Ein­däm­mung der ille­ga­len Müll­ab­la­ge­run­gen vor­stel­len?

Dani­ca Rad­tke

Ille­ga­le Müll­ab­la­ge­rung sind ein Alp­traum für alle Gemein­den und ein Pro­blem, das nur schwer in den Griff zu bekom­men ist. Ich per­sön­lich wer­de sehr wütend, wenn ich an Müll in der Natur den­ke. Aber man kann nicht die gan­ze Gemein­de mit Kame­ras aus­stat­ten. Das ist recht­lich und finan­zi­ell nicht mög­lich.

Ich ten­die­re dazu, mich der Idee von Herrn Gott­lieb anzu­schlie­ßen und Beloh­nun­gen für die Mel­dung von Ver­ge­hen zu bezah­len, wenn der Täter damit ermit­telt wer­den kann. Damit alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger davon wis­sen und mit­hel­fen kön­nen, wür­de ich es in der Öffent­lich­keit stär­ker bewer­ben und die Höhe der Beloh­nung attrak­tiv machen.

Chris­ti­an Götz

Nur das sofor­ti­ge Ent­fer­nen des Mülls (damit sich Nach­ah­mer gar nicht erst ani­miert füh­len) und eine kon­se­quen­te Straf­ver­fol­gung kön­nen zum Erfolg füh­ren. Auf­grund der gro­ßen Flä­che der Gemein­de (86 qkm) ist das Rat­haus dabei aller­dings von den Mel­dun­gen und Hin­wei­sen aus der Bevöl­ke­rung abhän­gig. Über die AEM-App ist das aller­dings schnell und pro­blem­los mög­lich.

Jür­gen Spiel­mann

Als Ort­vor­ste­her ist mir die ille­ga­le Müll­ab­la­ge­rung aus eige­ner Erfah­rung als Pro­blem bekannt, dem auch die Gemein­de höchst macht­los gegen­über­steht. Selbst durch die bes­ten Kon­zep­te zur umwelt­be­wuss­ten Früh­erzie­hung von Kin­dern und Appel­le an die Bevöl­ke­rung kann man das Pro­blem wohl nur ein­däm­men, aber nicht gänz­lich ver­mei­den. Ich ver­su­che als Orts­vor­ste­her stets, die Quel­le einer Müll­ab­la­ge­rung zu erfor­schen, aber das gelingt nur sel­ten. Ich bin davon über­zeugt, dass selbst eine kos­ten­freie Müll­ent­sor­gung auf den Depo­nie­en das Pro­blem nicht lösen wür­de. Das ein­zig wirk­sa­me Kon­zept gegen die­ses dreis­te, akut aso­zia­le und völ­lig inak­zep­ta­ble mensch­li­che Ver­hal­ten wäre ggf. eine flä­chen­de­cken­de Über­wa­chung aller gemeind­li­chen Flä­chen mit Nacht­sicht­ka­me­ras, ver­bun­den mit einer tat­be­zo­ge­nen, öffent­lich­keits­wirk­sa­men Bestra­fung der Täter, zB durch die Ver­ur­tei­lung zu mehr­wö­chi­gen Müll­sam­mel­ak­tio­nen in auf­fäl­li­ger Beklei­dung unter Auf­sicht. Wir sind uns einig, dass eine sol­che Über­wa­chung ein unver­hält­nis­mä­ßi­ger Ein­griff in unse­re Grund­rech­te wäre, den wir nicht haben wol­len und unser Straf­recht die Pran­ger­stra­fe nicht (mehr) vor­sieht.

Fabi­an Fehl

Als Bür­ger­meis­ter möch­te ich ger­ne mit Ihnen zusam­men­ar­bei­ten. Ich fin­de Ihren Ein­satz und Ihr Enga­ge­ment vor­bild­lich. Wenn es etwa um ille­ga­le Müll­ab­la­ge­rung und um Müll­sam­mel­ak­tio­nen in der Gemein­de geht, sehe ich in TiNa einen star­ken Part­ner der Kom­mu­nal­po­li­tik.

TiNa-Frage

Wie ste­hen Sie zur Ein­rich­tung einer Grün­ab­fall-Annah­me­stel­le?

Dani­ca Rad­tke

So eine Annah­me­stel­le ist mit gro­ßem finan­zi­el­lem und orga­ni­sa­to­ri­schem Auf­wand ver­bun­den. Man braucht eine gro­ße Flä­che weit weg von Wohn­ge­biet, damit Geruch, der ent­steht nie­man­den stört. Zusätz­lich braucht man Per­so­nal, das den Grün­ab­fall und die Anla­ge kon­trol­liert. Momen­tan sehe ich ein Pro­blem dar­in, das Geld dafür auf­zu­brin­gen.

Denk­bar wäre aber viel­leicht eine Ver­ein­ba­rung mit Betrei­bern von Bio­gas­an­la­gen. Ich wäre ger­ne bereit, dazu ein Tref­fen zu ver­ein­ba­ren, bei dem man die Mög­lich­kei­ten bespricht.

Chris­ti­an Götz

Vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger haben mich dies­be­züg­lich schon ange­spro­chen und auch ich hal­te eine Ein­rich­tung einer Grün­ab­fall-Annah­me­stel­le für not­wen­dig. Es gibt jedoch vie­le Din­ge, die man dabei beden­ken soll­te. Eine pas­sen­de Stel­le dafür zu fin­den, ist schon die ers­te Ein­stiegs­hür­de. Einer­seits muss die An- und Ablie­fe­rung pro­blem­los mög­lich sein, ande­rer­seits dür­fen Anlie­ger nicht über Gebühr gestört wer­den. Vor vie­len Jah­ren gab es bereits mal eine sol­che Stel­le; dabei hat sich gezeigt, dass dort nach kur­zer Zeit auch ille­ga­le Müll­ab­la­ge­run­gen statt­ge­fun­den haben.

Jür­gen Spiel­mann

Wenn es dafür einen Bedarf in der Gemein­de gibt, wür­de ich einem sol­chen Vor­ha­ben nicht ableh­nend gegen­über ste­hen.

TiNa-Frage

Was hal­ten Sie von einem gemeind­li­chen Auf­ruf zu Müll­sam­mel­ak­tio­nen zum Bei­spiel im Rah­men von „Sau­ber­haf­tes Hes­sen“?

Dani­ca Rad­tke

Bei die­sem The­ma kön­nen Sie immer auf mich zäh­len.

Chris­ti­an Götz

Der Orts­bei­rat Birstein enga­giert sich bereits seit meh­re­ren Jah­ren bei die­ser Akti­on. Ich betä­ti­ge mich dabei seit Beginn als akti­ver Müll­samm­ler. Wir räu­men dabei inbe­son­de­re den Rad­weg zwi­schen Fest­platz und Frei­zeit­bad, sowie die Indus­trie­stra­ße und das Hasen­wäld­chen an der Grund­schu­le auf. Ein tol­les Gefühl und eine tol­le Akti­on, die man den ande­ren Orts­bei­rä­ten mit sehr gutem Gewis­sen wei­ter­emp­feh­len kann. Ich fin­de übri­gens, dass die Müll­sam­mel­ak­ti­on öfter im Jahr statt­fin­den soll­te. Müll gibt es (lei­der) immer genug zu besei­ti­gen.

Jür­gen Spiel­mann

Ich neh­me immer wie­der erstaunt zur Kennt­nis, dass es nur eines „Events“ bedarf, um Men­schen zu Aktio­nen zu bewe­gen, die sie sonst nicht machen wür­den. Wer die Land­schaft von Müll befrei­en möch­te, könn­te sich auch ohne Event­ma­nage­ment am Sams­tag­mor­gen die Gum­mi­stie­fel anzie­hen und mit einem Müll­sack bewaff­net los­mar­schie­ren. In der Grup­pe macht das aber offen­sicht­lich mehr Spaß und medi­al beglei­tet wird dann auch der Bedarf nach Aner­ken­nung für die geleis­te­te Arbeit in akzep­ta­bler Form befrie­digt. Also: der Umwelt zulie­be wür­de ich als Bür­ger­meis­ter auch einen sol­chen Auf­ruf unter­stüt­zen.

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