Katzenschutzverordnung in Brachttal?

TiNa hat mit sei­nem Mit­glied Bea Schmidt-Stie­ler eine über­zeug­te Ver­fech­te­rin der Kat­zen­schutz­ver­ord­nung in der Bracht­ta­ler Gemein­de­ver­tre­tung sit­zen. Unter­stüt­zung bekommt sie mit ihrem Anlie­gen aber nicht nur von uns, TiNa, son­dern auch von ihren Frak­ti­ons­kol­le­gen, der Bracht­ta­ler SPD.

Kein leeres Wahlversprechen

Schon im Früh­jahr, im Vor­feld der Kom­mu­nal­wahl, gab es ein ers­tes Tref­fen von TiNa und der Bracht­ta­ler SPD. Bereits dann hat die SPD sich klar dafür aus­ge­spro­chen, in der Gemein­de­ver­tre­ter­sit­zung einen Antrag für eine Kat­zen­schutz­ver­ord­nung zu stel­len. Anfang Juni gab es ein erneu­tes Tref­fen. Spä­tes­tens da zeig­te sich, dass es hier nicht nur um ein lee­res Wahl­ver­spre­chen ging.

Für uns keine Frage nach dem „ob“. Es gibt nur ein „jetzt“!

Ob die Frei­en Wäh­ler und die CDU die­sem Antrag wohl zustim­men? Aus unse­rer Sicht gibt es kein ein­zi­ges Argu­ment, das dage­gen spricht. Aber dazu haben wir auch schon zu vie­le schwerst­kran­ke Tie­re aus soge­nann­ter „mensch­li­cher Obhut“ gebor­gen. Man­cher Hal­ter sag­te: „Mei­ne Kat­zen sind gesund.“, obwohl ein­deu­ti­ge schwe­re Erkran­kun­gen, die nicht erst am Vor­trag ent­stan­den waren durch unse­re Tier­ärz­tin fest­ge­stellt wur­den.

TiNa hat seit Bestehen über tau­send Kat­zen und Kater in der Regi­on kas­triert. Mit grö­ßer wer­den­dem Bekannt­heits­grad kom­men immer mehr Bür­ger auf uns zu und bit­ten um Hil­fe. Denn nach wie vor sind vie­le Streu­ner unter­wegs, die sich auch wei­ter­hin kräf­tig ver­meh­ren. Wo ist deren Ursprung? Hier in der Regi­on kom­men sie meist von den Bau­ern­hö­fen, sel­te­ner, aber immer noch zu häu­fig, aus den Haus­hal­ten.

Es ist die feh­len­de Ein­sicht der Hal­ter, die Haus­tie­re tier­ärzt­lich zu ver­sor­gen und letzt­end­lich auch kas­trie­ren zu las­sen, die dafür ver­ant­wort­lich ist, dass die Kat­zen­flut und damit das Kat­zen­leid kein Ende nimmt.

Exkurs: Die Gesetzeslage

Grundgesetz:

§ 20a des Grund­ge­setz­tes hat end­lich in der neu­es­ten Fas­sung auch den Tier­schutz auf­ge­nom­men.

Bundestierschutzgesetz:

Kat­zen sind Haus­tie­re, die ein Recht auf Pfle­ge und Für­sor­ge für ein gesun­des, schmerz­frei­es und natür­lich mög­lichst art­ge­rech­tes Leben haben. Dafür gibt es das Tier­schutz­ge­setz, das dem Ver­fah­ren zum Wohl der Kat­zen  gewid­ment ist: § 13b.  Mit § 17 des Tier­schutz­ge­set­zes, wer­den sogar Frei­heits­stra­fe oder auch Geld­stra­fe ange­droht, wenn ein Tier ohne ver­nünf­ti­gen Grund getö­tet oder ihm sonst­wie Leid und Schmerz zuge­fügt wird.

Hessisches Landesgesetz:

In Hes­sen hat das Land 2015 die Ver­ant­wor­tung für den Kat­zen­schutz an die Kom­mu­nen deli­giert. Die übli­chen Fra­gen zur Umset­zung einer Kat­zen­schutz­ver­ord­nung wer­den in den Hand­rei­chun­gen dazu beant­wor­tet. Trotz­dem ste­hen die Kom­mu­nen in der Regel dem Kat­zen­schutz nicht offen gegen­über und igno­rie­ren die Pro­ble­me der hie­si­gen Tier­schutz­ver­ei­ne.

Katzenschutzverordnung für nachhaltige Tierschutzaktivitäten

Katzenschutz
Lebend­fal­len im Auto eines TiNa-Mit­glieds. Auf dem Weg zu einem Ein­satz.

TiNa und die ande­ren ebe­falls im Kat­zen­schutz enga­gier­ten Tier­schutz­ver­ei­ne in der Regi­on küm­mern sich zwar ste­tig um die ver­wil­der­ten Tie­re und auch um die Bau­ern­hof­kat­zen. Aber die Ver­ei­ne sind macht­los, wenn die Hal­te­rin oder der Hal­ter dar­auf besteht, dass ihre/ihre Kat­ze nicht kas­triert wer­den dür­fe. Die Wahr­schein­lich­keit ist groß, dass inner­halb von zwei Jah­ren die Kat­zen­fa­mi­lie um min­des­tens 12 flau­schi­ge Fami­li­en­mit­glie­der gewach­sen ist… Statt ein­ma­lig 100 € Kos­ten für eine Kas­tra­ti­on, kom­men 1200 € und sehr viel Arbeit auf den Ver­ein zu. Denn der wird in der Regel und zum Glück dann doch geru­fen, wenn die Hal­te­rIn­nen die Kon­trol­le über ihre Kat­zen­schar ver­lie­ren.

Um das zu ver­hin­dern und auch um Rücken­de­ckung zu bekom­men, brau­chen die Tier­schutz­ver­ei­ne Rücken­de­ckung durch eine Kat­zen­schutz­ver­ord­nung. Ohne die­ser schei­nen die Akti­vi­tä­ten gleich Schnee­schie­ben bei Schnee­sturm: Sinn­los. Denn kari­ta­ti­ver Kat­zen­schutz allei­ne reicht nicht!

Anke Feil