Wenn der Vierbeiner verschwindet
Der Fall „Yoshi“ – eine beispiellose Aktion
Am Sonntag, dem 15. Februar, entlief der Hund Yoshi in Katholisch Willenroth. Seine Besitzerin aus Brandenburg war zu Besuch in der Region und wollte eigentlich am folgenden Montag wieder nach Hause fahren. Yoshi ist ein gut erzogener, unkastrierter Rüde. Vermutlich hat er jedoch die Witterung einer läufigen Hündin aufgenommen und ist deshalb seinem Instinkt gefolgt.
Zunächst meldete seine Besitzerin den Vorfall in einer lokalen WhatsApp-Gruppe. Über diesen Weg erreichte die Information schließlich TiNa und dort Bernd Casper, der daraufhin veranlasste, dass Yoshis Verschwinden in mehreren entsprechenden Facebook-Gruppen veröffentlicht wurde. Kurz darauf meldeten sich die „TierSchutzEngel RheinMain e.V.“ und boten ihre Unterstützung an – ein Angebot, das dankbar angenommen wurde.
Noch am selben Abend richteten die Helfer am Ort des Entlaufens eine Futterstelle mit Online-Kamera ein und legten Duftspuren, um Yoshi dorthin zurückzuführen. Leider zeigte sich an dieser Stelle zunächst nur Interesse von Katzen – Yoshi ließ sich dort nicht blicken.
Parallel dazu wurden in der Umgebung zahlreiche von TASSO bereitgestellte Flyer verteilt und von vielen Freiwilligen aufgehängt. Zusätzlich suchte TiNa mit einer Wärmebilddrohne die weitere Umgebung ab. Immer wieder gab es einzelne Sichtungen des Hundes, wodurch sich das Suchgebiet nach und nach ausweitete.
Yoshi zog über Kerbersdorf, Bad Soden, Salmünster und Neudorf, vorbei an Wächtersbach und Wirtheim, bis hinauf ins Biebertal. Dabei legte er insgesamt etwa 27 Kilometer zurück. Auf seinem Weg überquerte oder unterquerte er sogar ICE-Strecken und Autobahnen. Währenddessen musste er Schnee und Kälte trotzen – in mehreren Nächten fielen die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt.
Seine Besitzerin musste inzwischen zu Arbeit und Familie zurückkehren und konnte die Suche vor Ort nicht weiter begleiten. Die Helfer verfolgten jedoch weiterhin jede Spur und warteten darauf, dass Yoshi sich irgendwo länger aufhalten würde. In einem solchen Moment sollte er mithilfe einer Lebendfalle gesichert werden.
Am Samstagmittag – nach sechs langen Tagen – wurde Yoshi schließlich erneut gesichtet. Aus mehreren Richtungen machten sich Helfer sofort auf den Weg zu der Stelle. Einer Unterstützerin gelang es schließlich, sich dem Hund sehr vorsichtig zu nähern. Mit viel Geduld konnte sie ihn schließlich anleinen.
Als diese erlösende Nachricht seiner Besitzerin übermittelt wurde, brachen nicht nur bei ihr die Emotionen hervor. Auch für die zahlreichen Helfer fiel nach sechs Tagen intensiver Suche eine enorme Last von den Schultern.
Zwei Tage später konnte seine Besitzerin Yoshi endlich wieder in die Arme schließen – wohlbehalten, nach einer beeindruckenden und abenteuerlichen Reise von rund 27 Kilometern.
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- Querfeldein-Suche
- Yoshi auf dem Heimweg
- Endlich zuhause
Wichtig zu wissen
Wer hilft?
Spezialisten auf dem Gebiet der Tiersicherung sind die TierSchutzEngel RheinMain e. V. Hier finden Sie Telefonnummern und Ansprechpartner, die für Sie da sind.
Dos & Don’ts
Gut gemeint und dem Gefühl gefolgt, ist nicht unbedingt immer richtig. Die TierSchutzEngel RheinMain e. V. haben die 10 wichtigsten Schritte gelistet, die es zu beachten gilt, wenn Ihr Haustier auf einmal nicht mehr auffindbar ist.


