Eine Gefahr für Alle!

Der Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg e. V. warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von Mäuse- und Rattengift. Diese Gilfte sind eine Gefahr für alle: Haus- und Wildtiere können daran verenden, wenn sie das Gift entweder direkt oder indirekt über die vergiftete Maus oder Ratte aufnehmen. Insbesondere der neue Wirkstoff Alpha-Chloralose endet bei direkter und auch indirekter Aufnahme durch Haus- und Wildtiere innerhalb kurzer Zeit tödlich.

Mäuse- und Rattengift – eine Gefahr für alle

Im Winter wollen alle gerne ins Warme – so auch Mäuse und Ratten. Da diese Nager Überträger von Krankheiten auf Mensch und Tier sind, möchte sie niemand gerne als Untermieter in Haus und Schuppen beherbergen. Daher greift so manch geplagter Mensch zu Gift, ohne die mögliche Konsequenzen zu kennen. TiNa informiert über die Wirkung und Gefahren der verfügbaren Gifte.

Ein Wirkstoff wirkt besonders schnell und lässt dabei  unbeabsichtigt vergifteten Tieren nur geringe Chancen zu überleben: Alpha-Chloralose. Dieser Wirkstoff tötet die Tiere innerhalb weniger Stunden durch Unterkühlung.

Die Wirkung auf kleine Haustiere am Beispiel eines Mäuseköders von Neudorff

Laut fellomed reichen bereits 10 g Köder vom MäuseKöder Korn oder von der MäuseKöder Paste von Neudorff aus, um eine durchschnittliche Katze (4 kg Gewicht) zu töten! Das entspricht etwa einem Teelöffel – und passt recht bequem in nur eine Maus. Selbst eine mit Sugan vergiftete Maus kann ausreichen, um eine Katze innerhalb weniger Stunden zu töten. Ist die Katze ein Freigänger, verendet sie so unbemerkt.

Typische Symptome bei einer Vergiftung durch Alpha-Chloralose:

  • Untertemperatur (deutlich unter 38°C)
  • Krampfanfälle, Zittern
  • Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit, Koma
  • Erregung, Ataxie (verändertes Gangbild)
  • Atemnot, verlangsamte Atmung, Atemstillstand, blaue Schleimhäute
  • Verengte, kleine Pupillen (Miosis)
  • Übermäßiges Speicheln

Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollten Sie Ihr Haustier sofort zum nächsten Tierarzt bringen!

Ein Gift, das zumindest den Haustieren und Menschen, bei denen eine Vergiftung erkannt wird, eine Chance gibt, wirkt mit Rodentiziden. Das sind Gerinnungshemmer, die die Adern durchlässig machen. Sie sorgen dafür, dass die Tiere innerlich verbluten. Das kann – je nach Gift und Maus – zwei bis fünf Tage dauern. Diese Mittel enthalten verschiedene chemische Blutgerinnungshemmer, die sogenannten Antikoagulanzien. Das sind chemisch hergestellte Verbindungen von Gumarin, Indandion, Diphacion oder Bromadiolen. Tödlich sind auch diese Wirkstoffe für Haustiere, Menschen und Wildtiere, zu deren Nahrung Mäuse und Ratten gehören.

Werden die Symptome einer Vergiftung rechtzeitig erkannt und behandelt, erholen sich die meisten Tiere innerhalb von 24-48 Stunden.

Die Symptome im Überblick:

  • Erbrechen, auch blutig
  • Durchfall, auch blutig
  • farblose Schleimhäute
  • apathisches Verhalten
  • Appetitlosigkeit
  • Untertemperatur (deutlich unter 38°C)

Bei Verdacht auf eine Vergiftung bringen Sie Ihr Haustier sofort zum nächsten Tierarzt!

Tierärztin Ulrike Schott, Birstein:

„Mäuse- und Rattengift ist eine Gefahr für alle. Es ist unverantwortlich, dass manche dieser Gifte von den Herstellern als unbedenklich für Haustiere deklariert werden.“

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Gift – immer das letzte Mittel der Wahl

Alternativen

Gift ist also grundsätzlich das letzte Mittel der Wahl zur Bekämpfung von Mäusen. Aber welche Alternativen gibt es, um sich von den ungeliebten Mitbewohnern zu befreien? Vor allem bei wenigen Tieren sollten andere Mittel, um die Mäuse erfolgreich und gefahrlos für Haus- und Wildtiere zu vertreiben, zum Einsatz kommen.

  • Wenn möglich, halten Sie Katzen.
  • Haben Sie nur hier und da einmal ein Tier bemerkt und sind die Kratz- oder Kotspuren gering, können Sie die Mäuse vertreiben. Reparieren Sie die Ritzen und Löcher, durch die sie kommen, und schneiden Sie ihnen den Weg zum Futter ab.
  • Benutzen Sie Duftstoffe, die Mäuse nicht mögen, an Zugangsstellen.
  • In Lebendfallen mit einem Köder aus kräftig duftendem Käse, die Sie häufig kontrollieren, fangen Sie die Tiere lebendig und können sie aussetzen – weit weg vom Haus, sodass sie nicht zurückkommen.
  • Weitere Tipps finden Sie auch hier.

Um insbesondere Ratten (und Waschbären) vom Haus fern zu halten,

  • halten Sie Ihren Kompost frei von tierischen Abfällen,
  • verschliessen Sie Futterkisten,
  • lassen Sie die Vogelfutterspender über Nacht nicht draußen.