Kitzrettung-Hilfe auf der Messe „Jagen und Fischen“ in Augsburg

Um Kitzrettung-Hilfe zu mehr Bekanntheit zu verhelfen und das Netzwerk enger zu spannen, stellte TiNa es vier Tage lang auf der „Jagen und Fischen 2020“ in Augsburg vor.

Zwar befindet sich der Standort nicht unbedingt vor Birsteins Haustüre, aber ein Netzwerk lebt von Wachstum und Bekanntheit. Und aufgrund der Ausbreitung dieser Initiative scheint es durchaus sinnvoll, der Tendenz zu folgen und den Lauf über das gesamte Bundesgebiet zu unterstützen.

Da sich TiNa den Messestand mit dem Verein „Wildes Bayern e. V.“ teilte, eröffneten sich weitere dramatische Themen, die längst die Bayerische Landesgrenze überschritten, Hessen erreicht haben und auf dem Weg in den Norden sind. Die Meldungen über ausufernde Abschuss-Auflagen überschlagen sich derzeit. Der Druck auf die Jäger, dem sie nicht mehr gewillt sind, standzuhalten, war in den Gesprächen mit den Standbesuchern deutlich spürbar.

Bis auf eine einzige Ausnahme (ein Ehepaar, das dem ÖJV angehörte) beschwerte man sich über jagdliche Forderungen, die den Tierschutz außer Kraft setzen: Abschuss tragender oder führender Tiere (Mütter mit Jungen), Eliminierung von Leittieren, Verlängerungen der Jagdzeiten bis weit in den Januar hinein, in dem alleine der Jagddruck ausreichen kann, um das Wild bis zum Tod zu schwächen. In dieser Zeit ist dessen Stoffwechsel aufgrund des Nahrungsmangels auf ein Minimum herunter gefahren.

Auch erfuhren wir von Kitzrettungsorganisationen, die sich scheuen, ihre Erfolge preiszugeben. Es bestehe die Gefahr, dass Staatsforste und der ÖJV (Ökologischer Jagdverband) die Abschussquoten um die Anzahl geretteter Tiere aufstockten – der Mähtod scheint mancherorts jährlich in Abschusskalkulationen einzufließen.

All diese Erfahrungen geben uns wichtige Hinweise, an welcher Stelle wir dringend aktiv werden müssen, um zu verhindern, dass unsere Kinder oder Enkelkinder heimisches Schalenwild bald nur noch aus Büchern kennen.

Auf den Fotos: Dr. Christine Miller (Wildes Bayern), Dieter Danzberger (Wildes Bayern), Sven Riepe (Süddeutsche Zeitung), Barbara Bausch (TiNa)

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